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Hieroglyphen


Hieroglyphen, woher kommt das Wort eigentlich, werden sich diejenigen unter ihnen jetzt fragen, die hier nur mal so aus Neugierde reinschauen. Es stammt aus dem griechischem von hieros:heilig und glyphe:(in Stein)geritztes. Im allgemeinen verbindet man mit Hieroglyphen fast ausschlieslich die Schriftzeichen der alten Ägypter, aber auch die Schriften der Hethiter, Kreter und Maya werden heute Hieroglyphen genannt. Der einzige zusammenhang zwischen diesen Sprachen besteht aber darin, dass sie Bildschriften hatten. Die Ägyptische Sprache setzte sich aus Ideogrammen (Begriffszeichen) und Phonogrammen zusammen.Phonogramme haben keinen Bezug zu den Begriffen, den sie darstellen, sondern nur zu ihrem Lautwert.Ein Zeichen kann in einem Satz ein Ideogramm sein, während es im nächsten ein Phonogramm ist. Meistens wurde in einer Mischung aus Phono- und Ideogrammen geschrieben. Durch anfügen einiger Phonogrammen an ein Ideogramm kann dessen bedeutung verändert werden.

Aufbau hieroglyphischer Inschriften

Hieroglyphische Inschriften konnten sowohl senkrecht als auch waagerecht geschrieben werden, üblicherweise wurden sie aber von rechts nach links geschrieben. Die Schreibrichtung einer Inschrift wird von den einzelnen Zeichen angezeigt, die normalerweise dem Anfang der Inschrift zugewandt sind. Die Inschriften setzen sich aus Substantiven, Verben, Präpositionen und anderen Wortarten zusammen, die nach strengen Wortstellungsregeln angeordnet sind. Die Zeichen, die Einzelwörter darstellen, wurden in Gruppen angeordnet. Leerräume wurden in Inschriften vermieden. Wörter, die sich auf den König und die Götter bezogen, wurden als Zeichen der Hochachtung häufig aus dem Text hervorgehoben. Die beiden gebräuchlichsten Namen des Königs wurden in Kartuschen oder "königlichen Ringen" geschrieben. Das waren stilisierte Schlingen einer doppelt gefassten Schnur, deren Enden unten zusammengebunden sind.

Entwicklung der kursiven Formen

Die Hieroglyphen wurden in Ägypten seit der Entwicklung dieses Schriftsystems um das Jahr 3000 v. Chr. bis in die Zeit des Römischen Reiches verwendet. Die jüngste hieroglyphische Inschrift stammt von 394 n. Chr. Anzahl und Form der Zeichen blieben bis zur griechisch-römischen Periode (nach 332 v. Chr.) ziemlich stabil. Ab dieser Periode stieg die Anzahl der Zeichen, vor allem der Phonogramme, sehr stark an. Aber schon in der Anfangszeit des Alten Königreiches (um 2755 v. Chr.) war eine kursive Schreibform entwickelt worden. Sie ersetzte die Hieroglyphen bei der großen Menge von Schreibarbeiten, die mit stumpfen Rohrfedern und Tinte auf Papyrus ausgeführt wurde. Diese Schreibform wird hieratisch (griech. "heilig, Priester") genannt. Die Griechen bezeichneten sie so, weil sie bis zum 7. Jahrhundert v. Chr. fast ausschließlich für religiöse Texte verwendet wurde. Alle anderen Textarten wurden in der demotischen Schrift (griech. "volkstümlich, Volks-") geschrieben, die eine deutlich stärkere Kursive aufwiesen und mit Ligaturen versehen war. Obwohl die hieroglyphische Schriftform wesentlich aufwendiger zu schreiben war als die hieratische oder die demotische, blieb sie weiterhin für in Stein geschnittene Monumentalinschriften in Gebrauch. Gerade weil sie eine Bilderschrift war, wurde sie in Ägypten als Verzierung bei Baudenkmälern verwendet.

Entzifferung der Hieroglyphen

Die Römer glaubten, dass die Hieroglyphen symbolischer und allegorischer, jedoch nicht phonetischer Natur seien. Diese Theorie hielt sich bis in die Renaissance. Große Fortschritte machte die Erforschung der Natur der Hieroglyphen 1799 durch die Entdeckung des Steins von Rosette. Der Stein wurde 196 v. Chr. mit einem Erlass zu Ehren Ptolemäus V. zweisprachig in Griechisch und Ägyptisch in hieroglyphischer und demotischer Schrift beschrieben. Ein schwedischer Gesandter, Johan David Åkerblad, konnte einige phonetische Zeichen in der kursiven Textversion identifizieren. Einige der Eigennamen wurden durch den britischen Physiker und Ägyptologen Thomas Young verifiziert. Aber erst mit der 1821 begonnenen Arbeit des französischen Ägyptologen Jean-François Champollion wurde die phonetische Natur der beiden ägyptischen Schriftversionen erkannt. In früheren Stadien seiner Arbeit hatte Champollion die hieroglyphische Schreibweise verschiedener Königsnamen auf der Basis der demotischen vorhergesagt. Dies wurde durch die Kartuschen auf dem Stein von Rosette und anderen ptolemaischen Denkmälern bestätigt. Nachdem Champollion Namen und Titel der griechisch-römischen Herrscher identifiziert hatte, verband er deren auf diese Art abgeleiteten phonetischen Wert mit seinen Kenntnissen des Koptischen, dem letzten Stadium des Ägyptischen. Dadurch konnte er ältere Kartuschen aus der Pharaonenzeit entziffern. 1822 war die Entzifferung der Schrift abgeschlossen.

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Quelle:Encarta 98

Autor: Bastian Zander



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